Wichtig! Bitte lesen und weitergeben!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die Gefahren der unsachgemäßen Verwendung eines Maulspreizers bei Katzen in Narkose hinweisen.

Innerhalb der 18 Jahre nach Montys Erblindung, von der ich immer dachte, dass sie durch eine „misslungene“ Vollnarkose entstanden war, erhielt ich unzählige Anfragen und extrem traurige Schilderungen von ebenfalls betroffenen Katzen und ihren Haltern mit demselben Problem. Katzen wurden aus unterschiedlichsten Gründen in Vollnarkose gelegt und operiert, es gab kleine und große Eingriffe, und immer wieder gab es Katzen, die nach der Narkose blind erwachten und/oder neurologische Ausfälle aufwiesen.  Nicht wenige dieser geschundenen Tiere wurden nach einigen Tagen eingeschläfert. Die Diagnosen gingen von Sauerstoffmangel während der Narkose über eine Unverträglichkeit eines Narkotikums bis hin zu einem Schlaganfall. Keiner der mir bekannten Fälle konnte eine gesicherte Diagnose aufweisen, man stocherte und behandelte im Nebel. Besonders dreiste Tierärzte behaupteten, das Tier sei von Geburt an blind gewesen, der Halter habe es nur nicht bemerkt.

In Montys Fall war das Glück auf unserer Seite. Wir haben mit ihm gekämpft und gewonnen. Seine Geschichte ist hier nachzulesen: Klick!

18 Jahre nach Montys Erblindung, im September 2015, fand ich auf Facebook den Artikel eines Tierarztes zum Thema „Erblindung nach Narkose“. Ich füge diesen Artikel auch hier noch einmal ein, da ich möchte, dass jeder Tierarzt, jede Tierärztin und alle Tierhalter über diese neuen Erkenntnisse informiert werden. Wieviel Leid könnte Tier und Mensch erspart bleiben, wenn man weiß, was mit einer grob angewendeten Maulklemme passieren kann:

Vor wenigen Tagen las ich bei Facebook den Hinweis eines Ulmer Tierarztes, der mir netterweise erlaubte, seinen Text hier einzustellen. Hätte man vor Jahren schon gewusst, wie gefährlich diese zu starke Maulspreizung bei Katzen ist, dann wäre Monty wahrscheinlich einiges erspart geblieben. So kann ich jetzt nur hoffen, dass möglich viele Tierärzte und Patientenbesitzer von dieser neuen Erkenntnis der Cornell University erfahren und diese Erfahrung auch umsetzen.

Maulklemme

©Kleintierpraxis Ralph Rückert

Normalerweise sind unsere Postings hier für unsere Kunden gedacht. Wenn sie zusätzliche Beachtung anderswo finden, ist das umso schöner. Jetzt mal andersrum: Dieses Thema muss unsere Kunden nicht kratzen, richtet sich also an alle unsere anderen Leser, die Katzen halten.

Nach einer Meldung der Zeitschrift VETimpulse kommt es immer mal wieder vor, dass Katzen nach Eingriffen in Narkose plötzlich blind sind. Bei näheren Nachforschungen durch Anästhesiologen und Radiologen der Cornell University stellte sich heraus, dass dafür offensichtlich eine zu starke Maulspreizung während der Narkose verantwortlich ist, weil es dadurch zu einer starken Einengung der Arteria maxillaris kommen kann. Dieses Blutgefäß ist bei der Katze die Haupt-Blutversorgung der Netzhaut und des Gehirns. Den schlimmsten Effekt hatte das federbewehrte Maulspreizer-Modell, das Sie unten auf dem Bild sehen, weil es das Kiefergelenk unter Dauerspannung hält. Nun mag nicht jede Kollegin bzw. jeder Kollege diese interessante Meldung gelesen haben, weshalb es eventuell sinnvoll sein könnte, anlässlich eines geplanten Eingriffes in Narkose auch mal die Methode zu erläutern, mit der das Maul der Katze offen gehalten werden soll.

Und warum muss das unsere Kunden nicht kratzen? Weil wir immer schon ausschließlich auf die jeweilige Katze individuell zugeschnittene 1-ml-Spritzen als Maulspreizer verwenden. Wir hatten auch noch nie eine nach der Narkose erblindete Katze. Eine wichtige Sache noch zum Schluss: Nach dem Artikel in VETimpulse und den Untersuchungen der Kollegin Jean Stiles kehrte bei 70 Prozent der erblindeten Katzen das Sehvermögen zurück.

https://www.tierarzt-rueckert.de/

Der englische Originaltext der Cornell University ist hier zu finden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23394845